Mitgliederversammlung 2016

Chor sucht Sänger.

Jubi2016Zur 177. Mitgliederversammlung des Cloppenburger Liederkranzes in der Gaststätte Wienken konnte Vorsitzender Claus Schomakers 33 von insgesamt 35 Mitgliedern begrüßen. Besonders lobte er das Engagement von Klaus von Häfen, Alfons Tapken und Hans Wessels. Diese drei Sänger fehlten bei keiner Chorprobe, dafür gab’s vom Vorsitzenden Schomakers je ein kleines Geschenk.

Chorleiter Martin Zurborg lobte die Zusammenarbeit mit dem Chor. „Es macht Spaß, mit Euch zu singen“, so der Chorleiter. Die Gruppe habe ein gutes Repertoire an Liedern erarbeitet. Gleichzeitig sagte Zurborg zu, noch ein weiteres Jahr mit dem Liederkranz zu arbeiten und bat alle Mitglieder, sich aktiv um die Anwerbung neuer Sänger zu bemühen. Auch Schomakers betonte, wie wichtig die Mitgliederwerbung sei. „Wir müssen die Bewerber persönlich ansprechen“, so der Vorsitzende. Was die Planungen für 2016 betrifft, so sind unter anderem eine Winterwanderung und eine Chorfahrt vorgesehen.

Schlussendlich wurden noch langjährige Mitglieder ausgezeichnet. Ehrenurkunde und Ehrennadel erhielten Bernd Baro für 60 Jahre Mitgliedschaft, Franz Almes für 50 Jahre, Franz Josef Wurm ebenfalls für 50 Jahre, Manfred Sauer für 40 Jahre und Claus Schomakers für 25 Jahre. Bei den anschließenden Wahlen wurde Erich Jaquet zum neuen Vergnügungswart bestimmt.

Quelle: NWZ vom 28.11.2015, Foto Theo Hinrichs

Chöre offen für moderne Lieder

800 Sängerinnen und Sänger beim 82. Bundeschorfest in Cloppenburg

Organisiert hatte das Treffen der “Cloppenburger Liederkranz“. Dieser feierte am Wochenende sein 175-jähriges Bestehen.
Bericht: Carsten Mensing, Theo Hinrichs.

Bundeschorfest

Der Vorsitzende des „Cloppenburger Liederkranz“, Claus Schomakers (rechts), verteilte im Stadtpark die
Fahnenbänder – hier an den MGV Nikolausdorf

 

Mehr als 800 Sängerinnen und Sänger aus 24 Chören sowie 200 Zuhörer haben am Sonntag ein stimmungsvolles Bundeschorfest in Cloppenburg gefeiert. Gastgeber der 82. Auflage war der Männergesangverein „Cloppenburger Liederkranz“, der am Wochenende sein 175-jähriges Bestehen gefeiert hat.

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Teilnehmer vor dem Amtsgericht im Cloppenburger Stadtpark – die Verantwortlichen des Liederkranzes schienen einen guten Draht zu Petrus gehabt zu haben. Nach der Verteilung der obligatorischen Fahnenbänder und einem Grußwort des Präsidenten des Sängerbundes „Heimattreu“, Josef Kellermann (Schwichteler), marschierte die Sängerinnen und Sänger unter Begleitung der Feuerwehrkapelle durch die Innenstadt Richtung Münsterlandhalle.

In der Halle präsentierte jeder Chor einen musikalischen Beitrag – und das Repertoire war keineswegs nur auf klassisches Liedgut beschränkt. So wurden unter anderem auch „Only You“ (von den Flying Pickets), „Lollipop“ (Manuela), „Dschinghis Khan“ (Dschinghis Khan), „Traum von Amsterdam (Axel Fischer), „Caprifischer“ (Vico Torriani) und „Die kleine Kneipe“ (Peter Alexander) zum Besten gegeben. Eröffnet hatte den Liederreigen der gastgebende „Liederkranz“ – unter der Leitung seines Dirigenten Axel May blies der Chor zur „Diplomatenjagd“.

Begonnen hatte das Chorfest am Vormittag mit einer Kranzniederlegung und einem ökumenischer Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche. Mit dem traditionellen Kommers, der von der Cloppenburger Band „Dit&Dat“ musikalisch gestaltet wurde, klang das Treffen in der Münsterlandhalle aus.

Quelle: NWZ vom 20.05.14

Liederkranz ältester Kulturträger

Cloppenburger Chor feiert 175-Jähriges mit Empfang und Gala-Konzert.

Der Bürgermeister war Schirmherr. Zum Konzert kamen 750 Besucher.
von Theo Hinrichs

175 Chor

Der gemeinsame Auftritt des Gospelchors St. Andreas und des Liederkranzes zählte zu den Höhepunkten des Gala Konzertes in der Münsterlandhalle.

Groß war die Zahl der Gäste aus Politik und anderen Chören. Schirmherr Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese begann seinen Festvortrag mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Ehrt die Lieder, sie sind gleich der guten Taten“. Für den Bürgermeister ist Musik ein fester Bestandteil des Lebens: „Musik gibt neue Kraft für den Alltag“. Trotz eines geänderten Freizeitverhaltens lebten die Chöre: „Richtet den Blick nach vorne und behaltet die Begeisterung für den Gesang“. Wiese überreichte Schomakers eine Urkunde sowie ein Geldpräsent.

Urkunde

Dr. Wolfgang Wiese (rechts) überreichte als Gastgeschenk eine Urkunde an den Liederkranz- Vorsitzenden Claus Schomakers.

Carl-Mathias Wilke, Präsident des Chorverbundes Niedersachsen-Bremen, sagte, Gesangvereine seien zu Gründungszeiten des Cloppenburger Liederkranzes ein Ausdruck einer nationalen Bewegung, wie auch Schützenvereine oder Turnvereine gewesen. „Es war ein Zusammenschluss von jungen Männern, die in Cloppenburg nicht nur den Gesang vervollkommnen wollten, sondern auch Feierlichkeiten, Vergnügen und Unterhaltung auf ihre Fahne schrieben“, so Wilke. Heute zähle das Erleben der Gemeinschaft an erster Stelle. Nicht unerwähnt ließ er die Probleme bei der Nachwuchsgewinnung. Mobilität, die moderne Technik und das Sich-nicht-binden-wollen oder -können seien das eine, die Vereinsamung der Menschen das andere. Musik sei eine Sprache der Seele, so Wilke. Chöre könnten die Aufgabe, „der Seele eine Heimat zu geben“, wunderbar erfüllen, und sollten es auch tun.

Grüße überbrachte auch Josef Kellermann vom Sängerbund Heimattreu. Auch er sprach das Problem mit dem Nachwuchs an. Als Geschenk überbrachte er eine Urkunde sowie eine Geldgabe für neue Noten. Das hatte auch Gerhard Buken, Präsident des Oldenburgischen Sängerbundes, mitgebracht. 175 Jahre gemeinsame Freude am Chorgesang prägten den Cloppenburger Liederkranz.

Mit dem Lied „Heil dir o Oldenburg“ endete der Empfang, der musikalisch von der Cloppenburger Feuerwehrkapelle, dem Cloppenburger Kinderchor und natürlich dem Liederkranzes unter der Leitung von Axel Mai begleitet wurde.

Zum Gala-Konzert am Abend waren 750 Besucher in die Münsterlandhalle gekommen. Die Big Band Bösel, der Gospelchor St. Andreas und der Liederkranz begeisterten die Gäste. Ein weiterer Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt des Liederkranzes und des Gospelchors. Mit einem Geburtstagslied überraschte der Gospelchor, und am Ende wurden alle Musiker mit viel Applaus belohnt.

Quelle: NWZ vom 20.05.14

Cloppenburger Männerchor feiert 175-Jähriges Chorjubiläum

Gründung im Jahr 1839 Der „Liederkranz“ ist künstlerisch-kulturell, personell und finanziell gut aufgestellt. Er ist zudem der älteste aktive Männerchor im oldenburgischen Raum.
von Karl Sieverding

Chor 2014
Die Mitglieder des „Cloppenburger Liederkranz“ feiern in diesem Jahr das 175-jährige Bestehen des Gesangvereins. Bild: FOTO KOWALSKI

Cloppenburg Gegründet im Jahre 1839, ist der „Cloppenburger Liederkranz“ heute der älteste aktive Männerchor im gesamten oldenburgischen Raum – und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.

Der Berliner Komponist und Goethefreund Karl Friedrich Zelter hatte 1809 während der napoleonischen Besetzung mit der Gründung seiner „Liedertafel“ die stark patriotisch motivierte volksmusikalische Bewegung ins Leben gerufen, die 30 Jahre später auch ins Oldenburgische vordrang. Dem Initiator des Cloppenburger Vereins ging es jedoch weniger um Politisches – er sah den Zweck der Chorgemeinschaft darin, „sich durch Gesang Vergnügen und Unterhaltung zu verschaffen, im Gesang zu vervollkommnen und zur Verherrlichung von Feierlichkeiten, die den Mitgliedern dazu passend erscheinen, beizutragen“.

Als die nationale Frage in den folgenden Jahrzehnten die Deutschen wieder bewegte, bekamen auch die Programme der Cloppenburger Liederfeste eine betont patriotische Note. 1847 etwa feierte der Verein auf Hemmelsbühren „zu Ehren des geliebten Großherzogs“ dessen Geburtstag „mit Gesang und Illumination“. Das Sängerfest in Lohne 1860, an dem auch der Chor teilnahm, trug den Charakter einer „Siegesfeier“, anlässlich der Erinnerung an den 35 Jahre zuvor errungenen Sieg über Napoleon bei Waterloo.

Geselligkeit

Die künstlerischen Ziele waren nicht hoch gesteckt, ging es doch vorwiegend um Geselligkeit. Da auch die Männerchor-Literatur des 19. Jahrhunderts weithin der Nachromantik huldigte, war an einen künstlerischen Anspruch im gesamten Chorwesen kaum zu denken. Gleichwohl bestätigte Hermann Bitter, der Verfasser der Liederkranzchronik von 1964 und spätere Ehrenbürger der Stadt Cloppenburg, in seinem Rückblick dem Dirigenten des 1877 neu gegründeten Chores – er nannte sich seitdem „Cloppenburger Liederkranz“ – sein „Bemühen … um gute Musik“. Dass dieses Bemühen offenbar auch Erfolge aufweisen konnte, zeigte die Teilnahme des „Cloppenburger Liederkranz“ am ersten Bundeschorfest in Oldenburg wenige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg. Die Oldenburger „Nachrichten für Stadt und Land“ kommentierten erstaunt: „Überraschend für uns Residenzler war die künstlerische Leistung einzelner kleiner Vereine unseres Landes“, worauf der „Liederkranz“ eigens genannt wurde.

Bis zum Beginn der 1920er Jahre, ehe Hermann Bitter Dirigent wurde, waren Konzert und Ball (Stiftungsfest) miteinander verbunden. Erst mit der Trennung und damit der Einführung der Aula-Konzerte wurde sich der Verein seiner künstlerischen Aufgabe voll bewusst. Neben den Veranstaltungen, die über den begrenzten Rahmen der Aula-Konzerte nicht hinausgingen, gab es größere musikalische Ereignisse in der Münsterlandhalle, zum Beispiel 1934 Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten“, 1935 Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ und 1937 Andreas Rombergs „Das Lied von der Glocke“.

Erfolgsgeschichte

Die 1960er, 1970er und späteren Jahre waren für den „Cloppenburger Liederkranz“ eine Erfolgsgeschichte, und zwar künstlerisch-kulturell, personell und finanziell – dank des Duos Joachim Tebel und Josef Kleier. Die Chordarbietungen unter dem Dirigat des Musikprofessors Joachim Tebel – neben denen unter der Leitung Hermann Olberdings – haben den Namen Cloppenburg weit über die Grenzen des Oldenburger Münsterlandes hinausgetragen. Alle Mitbürger, die die „Heilige Elisabeth“, den „Elias“, „Carmina Burana“, das „Lied von der Glocke“ oder das Konzert anlässlich des 550-jährigen Stadtjubiläums erlebt haben – als Aktive oder als Zuhörer –, können sich wahrscheinlich bis heute daran erinnern.

Die Geschicke des „Cloppenburger Liederkranz“ liegen seit dem Jahre 2007 in den Händen des 1. Vorsitzenden Claus Schomakers und seit 2014 des Dirigenten Martin Zurborg. Beide stimmen die Vereinsmitglieder zuversichtlich, dass es dem Chor auch in Zukunft gelingt, mit seinen musischen Aktivitäten Kultur zu verbreiten, Gemeinschaft zu stiften und Lebensfreude zu schenken.

Musik ist eine schöne Ablenkung

von Stadtmagazin | 16. April 2014

Musik machen, selber singen – niemand von uns kann behaupten, nicht wenigstens hin und wieder vor sich hin zu trällern. Weil´s Spaß und gute Laune macht, weil´s einfach zum Leben dazu gehört, Punktum. Da können wir noch so ernsthaft ins große, globale Geschehen eingebunden sein, Singen und Mitsingen lockern alles und jeden auf.

Chor 2014

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder! Böse Menschen haben keine Lieder!“ Ob diese im damals fernen Leipzig geprägte Erkenntnis der Grund dafür war, dass sich laut Chronik im Jahre 1839 in Cloppenburg 22 Bürger zusammen taten und einen Gesangverein gründeten, ist unwichtig vor dem Hintergrund der eindeutigen „Entscheidenden Bestimmungen: „Der Verein hat den Zweck, sich durch Gesang Vergnügen und Unterhaltung zu schaffen, im Gesang zu vervollkommnen und zur Verherrlichung von Feierlichkeiten etc., die den Mitgliedern dazu passend erscheinen, beizutragen.“

Spaß sollte das Dasein machen, also wurde gesungen. 175 Jahre ist der Anfang des Männergesangverein Cloppenburger Liederkranz nun her und entgegen aller modernen Strömungen singen die Männer immer noch.

„Allerdings sind keine Gründungsmitglieder mehr im Chor,“ die Herren Claus Schomakers, Detlef Eggers und Martin Sachse haben Humor. Der wohl streckenweise ein wenig bemüht wirkt und mit dem geradezu jugendlichen von Martin Sachse auch seine Begründung erfährt, denn mit seinen etwas über 50 ist er der Jüngste im Liederkranz. Und von Nachwuchs weit und breit keine Spur.
Nun, kann man konstatieren, das ist der Lauf der Welt, ein Spiegelbild unserer Moderne, in der Vereine sich vor anderen Hintergründen als von 175 Jahren bildeten. Dem haftet nichts anrüchiges an, und auch die Art von heute sein Zuhause, seine Heimat anders zu definieren, als das sogar noch vor 50 Jahren modern war, auch das gehört zum Leben dazu. Das nun einmal, wie wir wissen, Veränderung bedeutet – für den Liederkranz sind das Sorgen um den Erhalt des Traditionschors. Wobei das beileibe kein Cloppenburger Phänomen ist, da alle Männerchöre Deutschlands sich mit dem gleichen Problem plagen. Nun ja.
Achtunddreißig aktive Sänger bilden (mit 30 nichtsingenden und drei Ehrenmitgliedern) den Liederkranz 2014. Da trifft man sich jeden Donnerstagabend in der Bauernschänke Wienken zur Chorprobe und zum anschließenden Fidelitas. Vorher proben die Frauen – die keine Probleme mit der Quantität ihres Chorumfangs haben, da Frauen offenkundig und von Zeitläuften unbekümmert lieber im Chor singen als Männer – doch dann ist Männerabend. Unumstößlich und pünktlich frequentiert.

Chor

Das ist eine Facette von Brauchtum, möglicherweise aber auch einer der Gründe für die Zurückhaltung jüngerer Männer sich dem Liederkranz anzuschließen. Dessen Statuten auch schon längst nicht mehr so strikt sind wie anfänglich und wie noch bis in die 1980er hinein.

„Da wurden etliche alte Zöpfe abgeschnitten!“ Schomakers, Eggers und Sachse sind in ihren Beschreibungen ebenso deutlich wie auch liebevoll. So dass kein Zweifel daran aufkommt, dass ihnen der Fortbestand des Liederkranz Cloppenburg am Herzen liegt. Wie dem gesamten anderen Vorstand des bedeutenden Traditionsvereins, den Mitgliedern des Männerchors und vielen Cloppenburgern, für die der Liederkranz einfach dazu gehört.

Was fraglos so ist, als Bekenntnis zur Kultur und der Tradition unserer Stadt und Umzu. Als wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft, aus deren Geschichte der Cloppenburger Liederkranz nicht weg zu denken ist. So ist das diesjährige Jubiläum des 175-jährigen Bestehens ein weiterer Schritt auch in die Richtung Moderne, denn den Chor in seiner beeindruckenden Kraft zu erleben bedeutet die Identifikation damit. Für jeden Cloppenburger, als ein „Ja“ für das hier Zuhause sein.

Quelle: Stadtmagazin vom 16.04.2014

Chorfahrt Dresden

 

„Liederkranz“ auf Festung Königstein

Koenigstein“Reisen bildet” weiß der Volksmund zu berichten. Vom Wahrheitsgehalt dieses Satzes konnte sich der „Cloppenburger Liederkranz“ auf seinem diesjährigen Jahresausflug, der in die sächsische Landeshauptstadt Dresden führte, vielfach überzeugen. Der Chorgesang in der Frauenkirche und die Fahrten zur Festung Königstein (Bild), zur Bastei sowie zum Schloss Pillnitz, der Sommerresidenz August des Starken, waren Höhepunkte der Fahrt. Auf der Fahrt in die sächsische Schweiz machte beim Passieren der lange Zeit umstrittenen Waldschlösschenbrücke der Reiseführer bemerkenswerte Anmerkungen in Sachen Demokratie. Die Heimfahrt verlief zügig, so dass man zur geplanten Zeit wieder zu Hause war. Die Meinung aller Fahrtteilnehmer: Die Liederkranz-Chorfahrt des Jahres 2012 war wieder einmal kurzweilig, erlebnisreich und zugleich informativ.

Quelle: NWZ vom 4.8.12

Bürgermeister besucht Chor in Riga NWZ

Wiese reist Chor nach Lettland nach
Reise Treffen mit Bürgermeister Jurmalas

Riga Wiese
Riga Wiese

CLOPPENBURG – Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese ist nun den Mitgliedern des Cloppenburger Liederkranz zu deren Konzertreise nach Lettland (die NWZ  berichtete) nachgereist. Beim Besuch des Amtskollegen aus Jurmala, Romualds Razuks, loteten die beiden Verwaltungschefs Möglichkeiten einer kulturellen Zusammenarbeit aus. Insbesondere ging es hier um den gegenseitigen Besuch von Chören, Schülergruppen und anderen Kulturträgern.
Jurmala ist der bekannteste Badeort in Lettland, der touristisch kontinuierlich wächst. Die Gemeinde Jurmala hat 55 000 Einwohner – eine Zahl, die sich mit Touristen in der Hochsaison fast verdoppelt. Bürgermeister Wiese zeigte sich im Gespräch mit Razuks beeindruckt von der Bäderarchitektur des Ortes.
NWZ vom 08.07.2010

Liederkranz in Riga NWZ

Am ersten Tag ihrer Chorfahrt nach Riga sind die Mitglieder des „Cloppenburger Liederkranz“ mit der jüngeren deutschen Geschichte konfrontiert worden.

Riga
Riga

Während einer Stadtrundfahrt passierte die Gruppe auch das Freiheitsdenkmal (im Hintergrund), das am 18. November 1935 anlässlich des 17. Jahrestags der Ausrufung der freien Republik Lettland errichtet wurde. Am Ankunftstag des Chores gab es dort eine Demonstration, die die Reiseleiterin wie folgt erklärte: Am 8. Mai eines jeden Jahres finde am Freiheitsdenkmal eine prorussische Demonstration zur Erinnerung an die „Befreiung“ Lettlands von der NS-Diktatur durch sowjetische Truppen statt. Im Gegenzug erinnerten antirussische Kräfte am 1. Juli an den Einmarsch der deutschen Truppen in Lettland am 1. Juli 1941; diese Demonstranten wollten damit die „Befreiung“ von den Sowjets ins Gedächtnis rufen.
NWZ vom 06.07.2010

Chorfahrt nach Lettland MT

Reise ins Land der “singenden Revolution”
Cloppenburger Liederkranz besucht Riga

Cloppenburg (mt) – Chorfahrten haben beim „Cloppenburger Liederkranz“ Tradition, doch in diesem Jahr unternimmt der Männergesangverein eine ganz besondere Reise: Vom 1. bis 8. Juli geht es nach Lettland, genauer gesagt nach Riga, der Geburtsstadt der Dirigentin Daiga Reitere.

Nach den Chorfahrten nach Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2008 und Essen/Ruhr (2009) bestand bei verschiedenen Sängern der Wunsch, auch einmal ein Land des ehemaligen Ostblocks zu besuchen. Da lag es fast schon auf der Hand, in die Heimat von Daiga Reitere zu fahren, die seit rund zwei Jahren den Takt bei den Sängern vorgibt.

Singen ist in Lettland Volkssport Nr. 1. Schon seit 1873 kommen alle fünf Jahre unzählige Chöre und Volkstanzgruppen aus allen Teilen des Landes für einige Tage in Riga zusammen und messen sich in gesanglichen Wettbewerben. 2001 nahm die UNESCO die lettischen Liederfeste in die Liste des Welterbes auf.

Als 1990 sowjetische Truppen den lettischen Freiheitsdrang zu ersticken versuchten, gingen Hunderttausende singend auf die Straßen, um gegen die Sowjets zu demonstrieren. Dieser Protest ist als „singende Revolution“ in die Geschichtsbücher eingegangen. Und da ist der „Liederkranz“ genau richtig. Während seines Riga-Aufenthalts wird der Männergesangverein drei Chorkonzerte geben und einen Gottesdienst gesanglich mitgestalten.

Daneben haben Chorleitung und Dirigentin ein umfangreiches Besuchsprogramm vorbereitet. Dazu gehören natürlich auch ein Besuch der Altstadt und eine Stadtrundfahrt.

Eine besondere Ehre wird den Cloppenburgern gleich am ersten Tag zuteil, wenn sie vom Rigaer Oberbürgermeister in der Oper begrüßt werden. Es schließt sich ein deutsch-lettisches Beisammensein in einem gemütlichen Stadtlokal an. Im Gespräch ist sogar ein Empfang beim lettischen Ministerpräsidenten Valdis Dombrovskis. „Das steht noch nicht ganz fest, aber wenn er in Riga ist, will er uns empfangen“, sagt Liedervater Claus Schomakers.

Aber auch die Cloppenburger haben noch eine Überraschung im Gepäck: Am Sonntag, 4. Juli, stößt Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wiese zu der rund 50-köpfigen Reisegruppe und wird bei den „Liederkranz“-Auftritten die Stadt Cloppenburg vertreten und Chöre zu einem Besuch in der Stadt an der Soeste einladen.

MT vom 29.06.2010

Plattdeutscher Liederabend

Spritzig, witzig zu den alten Dichtern
Liederkranz und Heimatfreunde machen aus Burwinkel und Bitter lebendige Unterhaltung

Cloppenburg (ah) – Ein plattdeutscher Rezitations- und Liederabend mit humorvoller Musik, Geschichten und Dönkes waren genau die richtige Mischung, um unter dem Motto „Mien Cloppenburg, wat bis du schön“ den Heimatdichter Dr. Hubert Burwinkel und Dr. Hermann Bitter zu ehren. Die beiden Cloppenburger Ehrenbürger würdigte der Männergesangverein „Cloppenburger Liederkranz“, dessen Entwicklung beide als Dirigent und Vorsitzender prägten.
Vorsitzender Claus Schomakers lobte, die zwei hätten sich besonders „um die kulturelle Ausrichtung der Stadt Cloppenburg verdient gemacht“. Gleichzeitig war die im Dorfkrug des Museumsdorf Cloppenburg mit 140 Besuchern restlos ausverkaufte Veranstaltung ein Beitrag des Chors zum Jubiläum 575 Jahre Stadtrechte.
Markenzeichen von Bitter und Burwinkel ist die Langlebigkeit ihrer volkstümlichen Dichtung. Liedschöpfungen wie „Waor Braom und Barken“, „Kumm Mariechen“ und „Dei Maitied is koamen“ gehören bis heute zum festen Repertoire fast aller Chöre. Der „Liederkranz“ trug sie unter der Leitung von Dirigentin Daiga Reitere vor. Ein Blick in das Notenheft von Detlef Eggers zeigte, dass das Lied und die handschriftlichen Anmerkungen von Bitter von „De Maitied is koamen“ sogar als Kopie vom Original noch in Gebrauch sind.
Zugpferd des Abends war zweifelos der ehemalige Schüler von Bitter und Burwinkel, Robert „Robby“ Laing. Seine Anekdoten und Dönkes, unter anderem von „Buschmann’s Sini Appelsini“ und „Stüvken Jan“ beim Brautexamen, sorgten für reihenweise Lachsalven beim Publikum. Mit seiner unnachahmlich Mimik und Gestik zog er die Zuhörer in seinen Bann und verblüffte sogar mit einer echten Premiere, als er Dr. Karin Klaushenke, die Enkelin des Heimatdichters, auf die Bühne holte. „So, Opa, nu kiek maol tau“, sagte sie zu dem verblüfften Publikum und trat mit dem Gedicht „Dei Zigarrenstümmel“ aus der Feder ihres Opas erstmals öffentlich auf.
Heinrich Siefer charakterisierte Burwinkel als schalkhaften Dichter, der dem Leser mit seinen Gedichten und Geschichten von Land und Leuten aus dem Oldenburger Land vor allem die Natur mit ihren schönen Seiten, aber auch den Menschen mit seinen guten, „man uk mit all siene Macken“ beschreibt.
Wie Burichter als Vorsitzender von 1933 bis 1959 hat Dr. Hermann Bitter als Dirigent von 1924 bis 1954 großen Anteil an der Entwicklung des „Liederkranzes“. An den ehemaligen Leiter des CAG erinnern heute noch der „Hermannspad“ und der von ihm gestiftete Hahn auf der St. Augustinus-Kirche. Wohl nur ein Zufall, dass beide Freunde im gleichen Jahr, Bitter am 26. Januar und Burwinkel am 18. April 1980, starben.

Quelle: MT vom 19.04.2010